Lehrveranstaltungen des Arbeitsbereichs Mittelalterliche Geschichte

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Seminar Mittelalterliche Geschichte (dreistündig): Grausame Frauen? Frauen, Herrschaft und Gewalt in frühmittelalterlichen Quellen

Birgit Kynast

Kurzname: 07.068.14_140
Kursnummer: 07.068.14_140

Voraussetzungen / Organisatorisches

Die (ggf. parallele) aktive Teilnahme am Seminar Neueste Geschichte wird vorausgesetzt.

Zusätzliche Informationen

Von den Teilnehmern werden die aktive Mitarbeit sowie die Übernahme eines Themas erwartet, das in der Hausarbeit vertieft anhand eines Quellenauszuges bearbeitet werden soll. 

Inhalt

Nicht nur in der modernen Geschichtswissenschaft findet sich häufig das Vorurteil, die Zeit der Merowinger (ca. 481/82–751) sei geprägt gewesen durch regellose Gewalt und die Willkür der herrschenden Schichten. Ein an späteren Jahrhunderten des Mittelalters erarbeitetes Modell wie das der deditio (G. Althoff) verstärkt diese Sicht, wenn es in unreflektierter Weise auf das späte 5. – frühe 8. Jahrhundert angewendet wird. Tatsächlich weiß die Forschung immer noch recht wenig über das Funktionieren von Herrschaft in dieser Zeit, in der über das ehemalige römische Gallien fränkische Könige mit Namen wie Chlodwig, Chilperich oder Dagobert herrschten. An ihrer Seite finden sich ein oder auch mehrere Frauen, teilweise gleichzeitig, die nicht immer zugleich auch Königin waren. Aber einige dieser Frauen wie beispielsweise Fredegunde, Chrodechilde oder Brunichilde schafften es an der Seite eines Königs in diese Rolle aufzusteigen, die sie entweder zu Lebzeiten, sehr viel häufiger aber nach dem Tod des Mannes mit einer durchaus großen Machtfülle ausüben konnten. Keine dieser Frauen herrschte jedoch auf Basis einer klar vorgegebenen Ordnungsvorstellung, wie es sie wohl auch für die Könige selbst nicht gab. Gemeinsam ist beiden Geschlechtern aber für diese Zeit, dass ihre Herrschaft bereits zeitgenössisch häufig mit dem Attribut „grausam“ versehen werden konnte. Worin genau diese Grausamkeit begründet liegt, ob sie immer negativ (oder vielleicht sogar positiv) konnotiert ist sowie auf welcher Basis und unter welchen Bedingungen Herrschaft von (nicht nur königlichen) Frauen in dieser Zeit überhaupt als gelingend betrachtet werden konnte, soll im Seminar näher untersucht werden. Im Vordergrund steht die Frage nach der Legitimität von Herrschaft und Gewalt sowie nach Rollenbildern und Möglichkeiten von Frauen (in der Regel der herrschenden Schichten) im früheren Mittelalter.    

Empfohlene Literatur

Sebastian Scholz, Die Merowinger, Stuttgart 2015.
 

Termine:

Datum (Wochentag)UhrzeitOrt
05.11.2020 (Donnerstag)18.15 - 19.45 Uhr00 491 P15
1141 - Philosophisches Seminargebäude
19.11.2020 (Donnerstag)18.15 - 19.45 Uhr00 491 P15
1141 - Philosophisches Seminargebäude
03.12.2020 (Donnerstag)18.15 - 19.45 Uhr00 491 P15
1141 - Philosophisches Seminargebäude
17.12.2020 (Donnerstag)18.15 - 19.45 Uhr00 491 P15
1141 - Philosophisches Seminargebäude
14.01.2021 (Donnerstag)18.15 - 19.45 Uhr00 491 P15
1141 - Philosophisches Seminargebäude
28.01.2021 (Donnerstag)18.15 - 19.45 Uhr00 491 P15
1141 - Philosophisches Seminargebäude
11.02.2021 (Donnerstag)18.15 - 19.45 Uhr00 491 P15
1141 - Philosophisches Seminargebäude

Semester: WiSe 2020/21